Verein zur Förderung der Polizeiseelsorge im Saarland e.V.

Als im August 2001 unser damaliger ev. Polizeiseelsorger Volker Junge in den Ruhestand verabschiedet wurde, stand die Frage im Raum, wie es weitergeht. In Zeiten auch schon damals zurückgehender Kirchensteuereinnahmen wurden alle kirchlichen Arbeitsfelder hinterfragt, so auch das der Polizeiseelsorge. Neubesetzungen waren keinesfalls die Regel. Da Volker Junge sein bisheriges Arbeitsgebiet aber am Herzen lag, machte er ehrenamtlich weiter, um so ein Signal zu setzen, dass seine Stelle wieder besetzt werden müsse. Gemeinsam haben wir dann überlegt, was wir, Polizeibeamte und andere Menschen, denen die Präsenz der Polizeiseelsorge wichtig war, tun könnten. Zum einen war uns klar, dass wir uns von anderen Arbeitsgebieten, bei denen ebenfalls die Frage der Stellenneubesetzung anstand, unterscheiden mussten. Zum anderen kamen Signale aus den damals für die Wiederbesetzung noch zuständigen saarländischen Kirchenkreisen, dass eine finanzielle Unterstützung hilfreich wäre. Die Überlegungen führten dann dazu, dass wir ein Jahr später, konkret am 6. Juni 2002, also vor über 10 Jahren, den Verein zur Förderung der Polizeiseelsorge im Saarland gründeten. Damit wollten wir unseren Beitrag zur Sicherung der Stelle leisten und auch deutlich machen, dass unsere Organisation Polizei sich deshalb sowohl ideell als auch finanziell engagiert, um dieses Ziel zu erreichen. Ohne auf die Aufgaben der Polizeiseelsorge und die Satzungsziele näher einzugehen, war es unser Ziel, die Wiederbesetzung der Stelle von Volker Junge zu erreichen und dafür auch finanzielle Mittel einzuwerben. Diese sichtbaren Bemühungen führten dann dazu, dass die evangelischen Kirchenkreise an der Saar die Wiederbesetzung der Stelle beschlossen. Neben anderen hatte sich auch Christine Unrath beworben. Nachdem nicht nur ihre Unterrichtsprobe und ihr Gottesdienst zu den Bibelworten „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an“, 1. Samuel 16, 7, sondern Sie uns, ein Gremium, dem auch der katholische Landespolizeidekan Dr. Rolf Dillschneider angehört hatte, insgesamt überzeugt hatte, erfolgte die Einführung von Christine Unrath in die neue Stelle am 15. Juli 2003.

Die Besetzung erfolgte zunächst aber nur für fünf Jahre. Diese Zeit wollten wir als Verein nutzen, ein entsprechendes finanzielles Polster aufzubauen, um nach Ablauf der fünf Jahre ein entsprechendes Unterstützungsangebot machen zu können. Zwischenzeitlich war unser Verein auch als gemeinnützig anerkannt worden. Obwohl gemeinnützige Vereine das gespendete Geld zeitnah wieder für die entsprechenden Zwecke ausgeben müssen, konnten wir das Finanzamt davon überzeugen, dass wir von einer ausnahmsweise bestehenden Möglichkeit Gebrauch machen durften, nämlich Geld anzusparen, um es dann nach fünf Jahren zur weiteren Finanzierung der Polizeiseelsorgestelle einzusetzen. Allerdings sind die Spenden und Mitgliedsbeiträge bisher nie die Haupteinnahmequelle unseres Vereins gewesen.


PolizeibärSchulterklappe der PolizeiseelsorgeDurch den Verkauf von Polizeibären und sonstiger Artikel (Kerzen, Tassen, Hörbücher pp), Unterstützung von Organisationsteilen der Polizei (Überlassung von Überschüssen bei Festen) und in den letzten Jahren auch durch Sicherstellung der „Versorgungslage“ bei den Vereidigungen junger Polizeianwärter, kam einiges Geld in die Vereinskasse. Erwähnt muss auch, dass unser Verein seit einigen Jahren auch bei der Verteilung von Bußgeldern durch die Staatsanwaltschaft bedacht wird. Auch wenn der Betrag zusammen am Ende des Jahres überwiesen wird, so kann man doch davon ausgehen, dass manche Geldauflage wegen Beleidigung, Körperverletzung pp. zum Nachteil einer Kollegin, eines Kollegen, so „in unserer Kasse“ gelandet ist.

Die beispielhafte und an der Polizeiorganisation orientierte Polizeiseelsorge im Saarland führte dann dazu, dass die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu der auch das Saarland, zumindest weitgehend, gehört, im Januar 2009 einstimmig (!) beschloss, im Bereich der gesamten Landeskirche die Polizeiseelsorge neu zu organisieren und entsprechende Planstellen bereitzustellen. Es war für uns ein toller Erfolg und das Ergebnis einer intensiven „Lobbyarbeit“ von vielen Menschen, die sich eine Polizei ohne Polizeiseelsorge einfach nicht (mehr) vorstellen können. Im Hinblick auf diese Entscheidung hatten die Kirchenkreise an der Saar das Beschäftigungsverhältnis von Christine Unrath zwischenzeitlich um ein Jahr verlängert. Christine Unrath wurde dann im Frühjahr 2009 zusammen mit den weiteren Landespfarrerinnen und -pfarrern für Polizeiseelsorge in Düsseldorf in ihr Amt eingeführt. Eine große saarländische Delegation, der auch der damalige Landespolizeidirektor Paul Haben und Landespolizeidekan Dr. Rolf Dillschneider angehörten, war mit vor Ort. Die Arbeit der Landespfarrerinnen und -pfarrer für Polizeiseelsorge in der Ev. Kirche im Rheinland wird vom Landespfarramt für Polizeiseelsorge in Wuppertal koordiniert.

Während von Seiten des Bistums Trier die Besetzung der Stelle der kath. Polizeiseelsorge im Saarland durch Dr. Rolf Dillschneider nie in Frage gestellt war, so war nun durch die Übernahme der Finanzierung durch die Landeskirche zwar kein Vereinszweck entfallen, wohl aber der Grund für das Ansparen der Einnahmen des Vereins. Zwar hatten wir in den vergangenen Jahren die eingegangenen Mitgliedsbeiträge und Spenden (und auch darüber hinaus) für die gemeinnützigen Vereinszwecke, so für Studientage unserer jungen Berufsanfänger, für Seminare, Gottesdienste pp., ausgegeben, allerdings standen die außerhalb der steuerlichen Bindungswirkung eingegangenen Gelder, die wir zur Sicherung der Stelle zulässigerweise angespart hatten, nun für eine andere Verwendung zur Verfügung. Die dauerhafte Sicherung der Polizeiseelsorge im Saarland weiterhin im Blick, denn wer weiß, wie tief die Einschnitte bei den Kirchensteuereinnahmen noch ausfallen werden, haben wir am 12. Dezember 2011 die Ökumenische Stiftung für Polizeiseelsorge im Saarland unter dem Dach der gemeinnützigen Stiftung Menschen in Not, Caritas-Stiftung im Bistum Trier gegründet. Neben dem von uns eingebrachten Grundkapital sollen in Zukunft Zustiftungen eingeworben werden, damit das Stiftungskapital eine für die Arbeit der Polizei ausreichende Summe erwirtschaftet.

Akku Halb Polizeiseelsorge VereinSo hat sich unser Verein von dem zunächst im Vordergrund stehenden Ziel, die personelle Besetzung auf katholischer, als insbesondere auch auf evangelischer Seite, zu sichern, nun dorthin entwickelt, dass wir die Arbeit unserer Polizeiseelsorger unterstützen können. Wie bereits erwähnt, beginnt es mit der Übernahme der Kosten für die Durchführung der berufsethischen Tage bei unseren neu in den Beruf kommenden Kollegen – außerhalb dienstlicher Räume, über die Durchführung von Seminaren, in den letzten Jahren mit dem Themenschwerpunkt „Umgang mit persönlichen und fremden Belastungen“, die in der Regel im Zusammenhang mit dem Dienst stehen, bis hin zu unseren Gottesdiensten in der Adventszeit und zum Gedenken an die verstorbenen Polizeibeschäftigten, wobei sich jeweils ein Zusammensein zur Nachbereitung anschließt, dessen Kosten von uns übernommen werden.

Damit der Beitrag kein Hindernis für einen Beitritt sein soll, haben wir den Mitgliedsbeitrag bewusst gering gehalten - zwölf Euro im Jahr, also nur einen Euro im Monat. Wir hoffen mit diesen Informationen auch ihr Interesse geweckt zu haben, das Beitrittsformular mit der Einzugsermächtigung finden sie ebenfalls auf unserer Webseite.

Für Interessierte halten wir auch unseren Flyer bereit

Wilfried Pukallus